Volker Gallé (Hrsg.)
Arminius und die Deutschen
Im Jahr der 2000. Wiederkehr der Varusschlacht ist die These von Arminius als historischem Vorbild Siegfrieds erneut gern benutzt worden, um deutsche Identität zu konstruieren. In der nationalistischen Wissenschaft und Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts ist das keine neue, wohl aber eine absichtsvolle Deutung. Sie fußt auf der Wiederentdeckung der Tacitusschriften in der Renaissance. Im hohen Mittelalter, aus dem das Nibelungenlied stammt, war Arminius unbekannt. Wie die nicht-römischen Zeitgenossen ihn sahen und überlieferten, ist nicht überliefert. Insofern diente und dient er ebenso wie die literarische Figur des Siegfried als Projektionsfläche für Sehnsüchte nach kollektiven Leitbildern, immer verbunden mit der Frage nach Deutschland als Nation. Dass man diese Frage auch ganz anders beantworten könnte, ist nicht Thema dieses Buches, aber dass die Arminius-Siegfried-These ein nicht ungefährlicher Irrweg ist, das wird ausgeführt und könnte immerhin dazu führen, andere Antworten zu suchen und zu finden.
Inhalt
Volker Gallé Arminius und Siegfried – Die Geschichte eines Irrwegs
Volker Losemann Arminius – Rezeption eines deutschen Helden
Dieter Mertens Die Arminius-Rezeption von der Antike bis zum Beginn der Neuzeit
84 Seiten
9 Schwarzweiß-Abbildungen
Broschur
1. Auflage 2011
Worms-Verlag
978-3-936118-76-6
